Schützen spüren die wachsende Konkurrenz 

 

"Die Gilde hat das kulturelle Leben der ehemaligen Kreisstadt von Anfang an wesentlich mitgeprägt": Ortsbürgermeister Jürgen Trotte hat die Schützengilde als besonderen Springer Verein ausgezeichnet. Die Gemeinschaft, die 1893 gegründet worden ist, feierte am Sonnabend ihr 115-jähriges Bestehen.

 

Zu den Ehrengästen, die Vorsitzender Heinrich Schwarze begrüßte, gehörten auch Abordnungen des befreundeten Jägercorps und des Jagdklubs sowie vom Sportring, der Feuerwehr und das zur Feier des Tages musizierende Spielmanns- und Hörnercorps. Anerkennende Worte sprach der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes (KSV) Deister-Süntel-Calenberg, Wilfried Mund. Der Feggendorfer Schützenchef streifte die großartigen sportlichen Erfolge der ältesten Springer Schützengesellschaft und lobte die Treue zum KSV. Mund merkte aber auch an, dass die Schützen weiterhin engagiert für sich werben müssen. "Wir spüren die wachsende Konkurrenz unter den Vereinen und müssen mit interessanten schießsportlichen Angeboten die Jugend noch stärker auf uns aufmerksam machen."
Bevor es zum gemütlichen Teil am festlich bestückten Büfett und gemeinsamen Gesprächen überging, blickte Frank Kubitza auf die Geschichte der Gilde zurück. Dabei wurde deutlich, dass das Schützenwesen so alt ist wie die Menschheit selbst. Schon bei den Römern, Griechen und Germanen fanden Schießwettbewerbe statt. Wie überall in Deutschland war es auch in Springe eine Reverenz an die alten Bruderschaften, dass im ausgehenden 19. Jahrhundert im damaligen Ackerbürgerstädtchen ein erster Schützenverein ins Leben gerufen wurde. Dokumente von der Gründung liegen zwar nicht mehr vor, es gab aber bereits seit 1861den Deutschen Schützenbund, dem Traditionspflege und Heimatbewusstsein am Herzen lagen. Schützenfeste entwickelten sich zu Volksfesten und alte Springer Familiennamen, die zur Gründerzeit in Protokollen auftauchten, sind noch immer in den Mitgliedslisten zu finden. Während der beiden Weltkriege sowie in der Besatzungszeit ruhte das Vereinsgeschehen, bevor die Gilde am 27. September 1952 einen Neuanfang feierte. Die Geschichte ist unzertrennlich verbunden mit dem ehemaligen Vorsitzenden Rudolf Bormann, der mehr als 30 Jahre an der Spitze des Vereins stand, sowie mit dem ebenfalls verstorbenen Festleiter Karl-Heinz Gifhorn.

© Neue Deister-Zeitung, 304.08.2008